corvette C1 62 mit oder ohne Automaticgetriebe
#1
Hallo,

Ich würde gerne einen Rat zum Kauf einer C1 einholen. Ich möchte meine Sammlung um eine C1 erweitern.

Ich werde nächste Woche 3 Autos besichtigen, die aber sehr unterschiedlich sind.
1. C1, Bj62, neu lackiert, H-Zulassung, Automatic-Getriebe, Softtop, in Deutschland seit 1995, Sammlerfahrzeug
2. C1, Bj 61, Injection, bei belgischem Importhändler. Soft- und Hardtop. Mein Freund hat das Auto bereits kurz inspiziert; Ergebnis: recht ordentlich, Gebrauchsspuren
3. C1, Bj 59, bei belgischem Importeur, Soft- und Hardtop. Nach eigenen Angaben guter Zustand.

Ich tendiere z. Zt. Ohne die Autos gesehen zu haben, zur Nr. 1, allerdings bin ich bezügl. des Automatikgetriebes etwas unsicher, weil die Gesamt-Leistung, wie ich lesen konnte, nicht stimmt.
Ich fahre mit meinen Oldtimern (alle Cabrios) allerdings gemütlich übers Land und benötige keine Spurtmaschine.

Alle Autos kosten ca. 65.000 Euro. Manche sagen, dass die letzten C1 die Besten sind, andere behaupten 58/59 sei optimal. Die Listenpreise in Übersichten sind ziemlich gleich für alle Modelle 58 - 62.

Kann mir jemand, der schon längere Zeit sich mit C1 beschäftigt, einen Rat geben.

Vielen Dank
Alfred
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#2
Welches Heck gefällt dir denn besser?

58-60 oder 61-62

Je später das Baujahr desto nüchterner wird die Optik, da immer mehr Chrom verschwindet. Ansonsten lässt sich sowohl mit der Automatik als auch den Schaltgetrieben gemütlich fahren. Das Hardtop ist nett zu haben, aber wahrscheinlich wirst du es nie montieren, da man doch lieber offen fährt.

Gruß
Uli
[Bild: ycp.gif]Es wird Wagen geben, die von keinem Tier gezogen werden und mit unglaublicher Gewalt daherfahren. Leonardo da Vinci (1452-1519)
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#3
Für mich wäre ein Hardtop wichtig, würde nur damit fahren, da das dann die C1 vom Oma Auto optisch zum Sportwagen macht.
Ulli hat bereits das Heck angesprochen. Auf was stehst Du? Auf die dicke überladene Mama 1958 bis 1960? Schwülstig wie Tante Erna?
Oder auf die viel gelungenere Linie der beiden letzten Jahre?
Du siehst, es ist eine Frage des Geschmacks. Das wirst nur Du entscheiden können.

Fahre die Zweigangautomatik zur Probe. Bin sicher, auch für Deine geplanten Bummelzwecke, es wird Dir nicht reichen bzw. nerven, im heutigen Verkehr mitzuschwimmen.

Wenn alle drei Autos vom Zustand und Preis ähnlich sind würde ich auf jeden Fall zum Einspritzer greifen, da diese Version doch um einiges höher gehandelt wird als die Vergaserausführungen. Allerdings ist die Fuelie auch ein wenig mehr zu behandeln, heißt, öfter zu bewegen.


Sollte der Händler in der Nähe des Großen Markts mit der Börse in Brüssel seinen Laden haben..., schau bei diesem Schlingel genau hin.
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#4
Wie Frank schon sagte, es kommt auf den Geschmack an.

Die Einspritzer hat sicher höheren Sammlerwert, bedarf aber auch einer kundigen Hand und mehr Bewegung.
Vergasermodelle verkraften längere Standzeiten i.d.R. besser.
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#5
Hallo Alfred !

Für mich kämen optisch nur die 58er-60er in Frage (genau wegen des vielen Chroms). Ich mag das Heck und die Einfarblackierungen (62) der anderen Baujahre nicht. Ist aber wie oben beschrieben Geschmacksache (der Eine mag das, der Andere dies).

Viel entscheidender finde ich, dass sich ein C1 "Profi" die Vetten mal ansieht um dir einen groben Überblick zu geben was ist original, was nicht, ist sie das Geld Wert oder für den Zustand überteuert.

Als ich vor einigen Jahren meine C1 gekauft habe, waren einige C1 "Profis" hier aus dem Forum beim Kauf anwesend, die mir wertvolle Tipps gegeben haben. Ohne fundiertes Wissen über die alten Autos, oder hinzuziehen eines "Profis" würde ich keine C1,C2 etc. kaufen

Gruß
Jürgen
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#6
Music 
Hi Alfred,

das kenne ich... Ich hatte damals 1 Jahr gesucht, bis ich endlich die C1 fand, die ich wollte (und heute besitze). Für mich kam nur eine 58er bis 60er in Betracht, da ich das Heck ab 61 bei der C1 nicht mag. Es wurde dann eine 60er.

Ganz wichtig (noch wichtiger als das Bj.): Du brauchst jemanden, der sich gut mit den C1 auskennt und den Du zur Besichtigung mitnehmen kannst (zudem hilft die hier erhältliche Kaufberatung zur C1 super weiter), da Du als "Laie" sonst im Zweifel daneben langst. Sehr viele C1 sind mit vielen Teilen aus vielen Baujahren zusammengebastelt ("restauriert"), so dass so manches nicht stimmt und nicht original zum Fahrzeug aus diesem Baujahr gehört (z. B. Sitze aus der 59er, Dashboard aus der 60er und falsche Teppiche, Schalthebel, Spiegel, usw.). Ich habe meine C1 erst gekauft, als mir der Experte nach 3-stündiger Besichtigung sagte, dass ich sie unbedingt kaufen soll...

Dann - das wurde hier schon geschrieben - musst Du entscheiden, was Dir am besten optisch gefällt, da sich 58 bis 60 auf der einen und 61, 62 auf der anderen Seite schon merklich unterscheiden. Ich würde mir kein Fahrzeug kaufen, das ich nicht wirklich schön finde, nur weil es vielleicht den höheren Wertzuwachs verspricht, o. ä. (es sei denn, Du suchst nur "Garagengold" und willst ansonsten mit der C1 nichts zu tun haben...).

Zum möglichen Wertzuwachs: Die 58er bis 60er liegen preislich etwas höher als die 61er und 62er, aber nur marginal. Von den 58ern bis 60ern liegt die 58er selbst wieder ein wenig über den anderen, weil seltener. Die Einspritzer liegen wieder ein wenig über den Vergasern (sind aber technisch anfälliger). Schalter liegen generell über den Automatikmodellen, weil Letztere weniger gesucht sind. Also: Vom potentiellen Wertzuwachs aus betrachtet dürfte am besten sein eine 58er Einspritzer mit 4-Gang-Schaltung, am schlechtesten eine 61er und 62er mit Automatik und Vergaser.

Am wichtigsten wäre aber dann, wenn Du auf eine Wertanlage spekulierst, der möglichst hohe Originalzustand (dazu brauchst Du wieder den Experten, s. o.). Hilfreich sind auch NCRS-Bewertungen wie National Top Flight Awards, o. ä., weil diese die hohe Originalität bestätigen (zwingend mind. 95% original). In den USA sind Vetten mit NCRS Top Flight Awards deutlich teurer als ohne.

Insoweit würde ich gerade nicht die von Dir favorisierte Nr. 1 nehmen, sondern eher die Nr. 3 und dann die Nr. 2.

Hardtop ist unwichtig, weil Du es niemals brauchen wirst. Die C1 fährt man offen und bei schönem Wetter...

Viel Spaß beim Jagen! Du wirst es nicht bereuen, die C1 ist eines der schönsten Fahrzeuge der Welt und begeístert jeden.

Besten Gruß

Dominik
Corvette C1, 283 Cui, EZ: 28.02.1960
Roman Red/Red/Ermine White
NCRS National Top Flight Awards (98,8%)/Bloomington Gold/NCRS Duntov Mark of Excellence Award (98,8%)/NCRS Performance Verification Award
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#7
Hallo Zusammen,

das mit der angeblich so anfälligen Fuel Injection stimmt nicht - die verrichtet ebenso zuverlässig ihren Dienst wie der Vergaser. Das Problem ist viel mehr, dass sich nur wenige Leute mit der FI auskennen und im bisher langen Leben unserer Vetten schon viele Leute an den Einspritzungen herumgebastelt haben und so nicht unbedingt dazu beitrugen, dass die Dinger "sauber" laufen. Gezwungenermaßen kann man daher davon ausgehen, dass die FI zu einem Experten muss, der einem das Ding mal auf Vordermann bringt. Dann ist die nächsten Jahre oder gar Jahrzehnte Ruhe. Und falls doch mal was ist, kann man sich dank recht guter Literatur zum Thema FI mit etwas Sachverstand an die FI rantrauen - wichtig ist eben, dass die Ausgangsbasis (=vom Profi überholt) passt. Das Ding ist schließlich kein Hexenwerk.
Rund um die FI gibts eine kleine aber feine Fangemeinde in den USA, so dass die Ersatzteilversorgung kein Problem darstellt. Die Ersatzteile sind besser als das, was von Rochester verbaut wurde und die Profis stellen die Dinger besser ein als es damals jemals ab Werk möglich war. Aber die FI ist eben eine Kostenfrage. Eine rein technische Überholung kann schon mal 2000 Dollar kosten, wenn auch noch optisch aufgehübscht werden soll, kann auch gleich mal das Zwei- bis Dreifache fällig werden. Dafür hat man dann aber auch eine wirkliche Rarität, die - zumindest in den USA - deutlich wertvoller ist als der schnöde Vergaser.
Beispiel 61er Corvette:
230hp Vergaser Zustand 2: ca. 77.000 USD
275hp FI Zustand 2: ca. 99.000 USD
315hp FI Zustand 2: ca. 110.000 USD

Ich liebe die Blicke der Leute wenn Sie mich nach dem Motor meiner C1 fragen, ich die Haube öffne und da ein "seltsames Konstrukt" an der Stelle des Vergasers mit dem Runden Luftfilter sitzt und die Gesichter immer unglaubwürdiger werden, wenn ich versuche zu erklären was das da ist Yeeah! Feixen. Das beste sind dann die selbsternannten Oldtimer"experten", die einem vorwerfen, dass ich sie belüge und die FI garantiert nicht so alt sei wie ich behaupte sich vor Lachen auf dem Boden wälzen.

Und: Man kann die FI auch runterbauen und einen Vergaser draufschrauben. Für den Fall der Fälle... oder wenn man die FI einlagern möchte.


Ein einziges Manko der Einspritzung ist meines Erachtens die heutige Benzinqualität. Das Benzin kocht (siedet) heute viel schneller als früher, schuld daran ist u.a. der Ethanolanteil im Benzin. Das Ergebnis ist dann, dass das Benzin im Fuel Meter (Pendant zur Schwimmerkammer) nach einer Fahrt und mit abgestelltem Motor kocht. Der Motor springt anschließend schlecht bis gar nicht an und muss dann mit Gasstößen am Leben gehalten werden. Ist mir persönlich an der Tanke immer recht peinlich, wenn ich wie ein Bekloppter aufs Gas stehe und es hinter mir knallt. Das geht so lange, bis kühles Benzin von der Pumpe nachgefördert wurde. Wenn man gleich los fährt, ist das Problem nach einigen Metern nicht mehr existent. Stichwort: Dampfblasenbildung. Viele Amis bewegen daher ihre FI ausschließlich mit Rennbenzin, was aber nicht nur teuer, sondern auch illegal im Straßenverkehr ist... Mein Projekt für nächstes Jahr ist daher eine geeignete Abschirmung oder Kühlung zu bauen, die das Benzin am Kochen hindern soll wenn ich den Motor abstelle. Ich weiß allerdings nicht, wie kritisch diese Sache bei den späteren FIs ist. Meine FI ist eine 1957er, sprich aus dem ersten Baujahr der FIs.
Momentan gebe ich aschefreies 2-Takt-Öl zum Benzin (nur Super E5 oder Super Plus) hinzu - ich bin der Meinung, dass das den Siedepunkt etwas höher setzt und das Benzin erst später kocht. Das Bleiersatzzeugs ist mit dem 2T-Öl auch nicht notwendig.


Viele Grüße,
Tobi
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#8
Ich bin auch ein Fan der FI und habe in meinen Beratungen schon diversen Leuten dazu geraten.
Schwachpunkt der FI war über viele Jahre der Simmering der Pumpe, der, wenn defekt, den Sprit auf den Krümmer entlässt, was dann leicht zu einem Abbrand führt.
Corvette, THE HEARTBEAT OF AMERICA
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#9
hallo Corvette Spezialisten,
in Ergänzung zu meinem Anfangsbericht noch eine Frage:

Das Automatikgetriebe hat doch 2 Gänge. Gibt es ein 3- oder gar 4-Gang Automatikgetriebe, welches in das Auto passt.
Es geht um die C1, Bj 62 Corvette mit 2x 4-Fach Vergaser.

Ab morgen bin ich unterwegs auf der Suche nach einem geeigneten Auto.

Schönes Wochenende
Alfred
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#10
Ja es passen das TH350 (3-Gang) oder das TH700R4 (3 Gang + OD).
Die Powerglide ist aber absolut ausreichend. Alle die hier anderes behaupten, verbreiten oft nur pauschales Hörensagen Wissen. Mach mal eine Probefahrt und berichte hier. Viel Erfolg!

Gruß
Matthias
[Bild: 29645495eq.jpg]

The bitterness of poor quality remains long after the sweetness of low price is forgotten.
Benjamin Franklin
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