29.05.2019, 13:54
Hallo,
die Amerikaner haben eine ausgeprägte Abneigung gegen höhere Kraftstoffqualitäten wg. der höheren Kosten. Der Kraftstoff der Wahl íst von daher im allgemeinen "Regular". Wie schon erwähnt wird die Oktanzahl des Kraftstoffs in den USA allgemein als PON (Pump Octane Number) , dem Mittelwert von Research Oktanzahl (ROZ) und Motor-Oktanzahl (MOZ), angegeben. Der Unterschied zwischen ROZ und MOZ, die sogenannte Sensitivität, liegt üblicherweise bei ca. 10 Einheiten. Die PON liegt daher ca. 5 Einheiten unter unserer ROZ.
In den USA ist schon immer ein Ethanolanteil bis 10% zulässig. Das ist der Standard und wird dort auch nicht als "Eco"-Sprit bezeichnet. Und dann gibt es auch noch E85-Kraftstoffe mit einem Ethanolanteil von 85%, die aber nur mit speziell dafür ausgelegten Motoren, die bei GM "Flex-Fuel" genannt werden, verwendet werden dürfen.
Von daher ist auch zu verstehen, dass der Betrieb mit Normalbenzin (was es in Europa ja schon länger nicht mehr gibt) nicht generell ausgeschlossen wird. Die Motorsteuerung kann darauf reagieren und den Zündwinkel zur Vermeidung vom Klopfen ggfs. zurücknehmen. Für Europa hat das keine Bedeutung, da es diese ROZ-Qualität hier nicht mehr gibt.
Der sogenannte "Premium" Fuel hat in den USA über alle Bundesstaaten eine Oktanzahl im Bereich von ROZ 95-98 (PON 90-93). Insbesondere der Daily-Driver wird den in den USA aber sicher nicht tanken.
Für Motoren mit Benzin-Direkteinspritzung ist ein Verdichtungsverh. von 11,5:1 wie beim LT1 gewählt nicht besonders hoch. Allerdings muss man auch berücksichtigen, dass der Bohrungsdurchmesser von über 103mm schon groß ist, was den etwas niedrigeren Wert verständlich macht. Die Verwendung von Super-Kraftstoff ROZ 95 ist damit aber auf jeden Fall ausreichend.
Die Bedeutung der Oktanzahl liegt beim Volllastbetrieb, entweder bei der Beschleunigung insbes. aus niedrigen Drehzahlen oder bei hohen Leistungen. Mit einem hubraumgroßen Motor wie dem LT1 wird das im "normalen" Betrieb allerdings nur selten auftreten. Von daher ist die Verwendung von Super-Kraftstoff und hier wer mag auch als E10 ausreichend.
Die Motoren gehen auch nicht von "gelegentlichem" Klopfen kaputt, sie sind darauf ausgelegt. Klopfende Verbrennung wird über die Klopfsensoren erkannt und die Zündung wird mit der Klopfregelung immer bis zur Klopfgrenze, d.h. dem Auftreten von klopfender Verbrennung, geregelt.
Wer seinen Motor höher belasten will, wie zum Beispiel auf der Rennstrecke, der sollte ihm dann aber vielleicht doch auch einmal Super-Plus mit ROZ 98 können. Der Grund liegt hier weniger im Klopfen an sich, das wird ja ausgeregelt. Aber ein wg. Klopfen zurückgenommener Zündzeitpunkt erhöht die Abgastemperaturen und in der Folge auch die Bauteiltemperaturen. Zum Schutz kritischer Bauteile wie z. Bsp. dem Katalysator muss dann zunehmend angefettet werden. Dadurch steigt der Verbrauch und die Leistung nimmt ab. Und natürlich ist die thermische Belastung des Motors dann schon maximal. Mit der höheren Oktanzahl kann man dem entgegenwirken.
Mein persönliches Fazit: im Normalbetrieb reicht Super oder Super E10, bei absehbar höherer Belastung speziell auf der Rennstrecke gönne ich meiner Vette dann auch schon einmal die ROZ 98. Höhere Oktanzahlen braucht es nicht, weil der Regelhub der Zündwinkelsteuerung die ohnehin nicht mehr umsetzen kann.
Gruß
Stefan
die Amerikaner haben eine ausgeprägte Abneigung gegen höhere Kraftstoffqualitäten wg. der höheren Kosten. Der Kraftstoff der Wahl íst von daher im allgemeinen "Regular". Wie schon erwähnt wird die Oktanzahl des Kraftstoffs in den USA allgemein als PON (Pump Octane Number) , dem Mittelwert von Research Oktanzahl (ROZ) und Motor-Oktanzahl (MOZ), angegeben. Der Unterschied zwischen ROZ und MOZ, die sogenannte Sensitivität, liegt üblicherweise bei ca. 10 Einheiten. Die PON liegt daher ca. 5 Einheiten unter unserer ROZ.
In den USA ist schon immer ein Ethanolanteil bis 10% zulässig. Das ist der Standard und wird dort auch nicht als "Eco"-Sprit bezeichnet. Und dann gibt es auch noch E85-Kraftstoffe mit einem Ethanolanteil von 85%, die aber nur mit speziell dafür ausgelegten Motoren, die bei GM "Flex-Fuel" genannt werden, verwendet werden dürfen.
Von daher ist auch zu verstehen, dass der Betrieb mit Normalbenzin (was es in Europa ja schon länger nicht mehr gibt) nicht generell ausgeschlossen wird. Die Motorsteuerung kann darauf reagieren und den Zündwinkel zur Vermeidung vom Klopfen ggfs. zurücknehmen. Für Europa hat das keine Bedeutung, da es diese ROZ-Qualität hier nicht mehr gibt.
Der sogenannte "Premium" Fuel hat in den USA über alle Bundesstaaten eine Oktanzahl im Bereich von ROZ 95-98 (PON 90-93). Insbesondere der Daily-Driver wird den in den USA aber sicher nicht tanken.
Für Motoren mit Benzin-Direkteinspritzung ist ein Verdichtungsverh. von 11,5:1 wie beim LT1 gewählt nicht besonders hoch. Allerdings muss man auch berücksichtigen, dass der Bohrungsdurchmesser von über 103mm schon groß ist, was den etwas niedrigeren Wert verständlich macht. Die Verwendung von Super-Kraftstoff ROZ 95 ist damit aber auf jeden Fall ausreichend.
Die Bedeutung der Oktanzahl liegt beim Volllastbetrieb, entweder bei der Beschleunigung insbes. aus niedrigen Drehzahlen oder bei hohen Leistungen. Mit einem hubraumgroßen Motor wie dem LT1 wird das im "normalen" Betrieb allerdings nur selten auftreten. Von daher ist die Verwendung von Super-Kraftstoff und hier wer mag auch als E10 ausreichend.
Die Motoren gehen auch nicht von "gelegentlichem" Klopfen kaputt, sie sind darauf ausgelegt. Klopfende Verbrennung wird über die Klopfsensoren erkannt und die Zündung wird mit der Klopfregelung immer bis zur Klopfgrenze, d.h. dem Auftreten von klopfender Verbrennung, geregelt.
Wer seinen Motor höher belasten will, wie zum Beispiel auf der Rennstrecke, der sollte ihm dann aber vielleicht doch auch einmal Super-Plus mit ROZ 98 können. Der Grund liegt hier weniger im Klopfen an sich, das wird ja ausgeregelt. Aber ein wg. Klopfen zurückgenommener Zündzeitpunkt erhöht die Abgastemperaturen und in der Folge auch die Bauteiltemperaturen. Zum Schutz kritischer Bauteile wie z. Bsp. dem Katalysator muss dann zunehmend angefettet werden. Dadurch steigt der Verbrauch und die Leistung nimmt ab. Und natürlich ist die thermische Belastung des Motors dann schon maximal. Mit der höheren Oktanzahl kann man dem entgegenwirken.
Mein persönliches Fazit: im Normalbetrieb reicht Super oder Super E10, bei absehbar höherer Belastung speziell auf der Rennstrecke gönne ich meiner Vette dann auch schon einmal die ROZ 98. Höhere Oktanzahlen braucht es nicht, weil der Regelhub der Zündwinkelsteuerung die ohnehin nicht mehr umsetzen kann.
Gruß
Stefan