24.04.2019, 17:31
(24.04.2019, 15:49)StevesRay schrieb: Ganz allgemein regelt das Thermostat nicht die Kühlmitteltemperatur, sondern ist nur dafür da, ab einer bestimmten Temperatur den großen Kühlkreislauf über den Radiator zunehmend bis zu vollständigen Öffnung freizugegeben. Um eine schnelle Aufheizung des Motors und damit einen geringen Warmlaufverbrauch zu ermöglichen, sollte die Temperatur des Thermostats einerseits hoch liegen und andererseits die ausreichende Kühlung des Motors an der Volllast und hier insbesondere im Nennleistungspunkt sicherstellen. Bei modernen Motoren mit sogenanntem Thermomanagenment kann man in der Warmlaufphase zusätzlich noch die Wasserpumpe vollständig deaktivieren, die Kühlung des Zylinderblocks zu- oder abschalten und diverses mehr. Das alles dienst dazu, den Warmlaufverbrauch zu reduzieren.
Die Verwendung eines Thermostats mit geringer Temperatur führt eigentlich nur dazu, dass der Motor langsamer auf Temperatur kommt und ggfs. bei niedriger Beanspruchung nicht einmal die an der Volllast zulässige Temperatur erreicht. Das verursacht auf jeden Fall einen höheren Verbrauch.
Ob es sich bei dem Motor um LT1 (C7) oder LT4 (Z06) handelt, ist in diesem Zusammenhang egal. Beide werden an der Volllast mit der gleichen maximalen Temperatur betrieben. Unterschiede ergeben sich aber aus der Auslegung (Größe) des Kühlers und ggfs. dem durchgesetzten Volumenstrom der Wasserpumpe. Bei der Z06 muss natürlich wesentlich mehr Wärme an das Kühlsystem abgegen werden als beim LT1. Einfache Daumenregel sagt, dass im Nennleistungspunkt 1/3 der eingesetzten Kraftstoffenergie in mechanische Leistung umgesetzt wird, 1/3 geht in das Kühlsystem und 1/3 in das Abgas.
Gruß
Stefan
Warum soll der Motor bei Verwendung eines Thermostates mit niedrigerer Öffnungstemperatur langsamer auf Temperatur kommen?
Ein 180° F Thermostat ist bis 180° F vollständig geschlossen, genauso wie 207°f Thermostat. Bis 180° F wird der Motor exakt gleich schnell warm.
Wenn die optimale Betriebstemperatur bei 95° C liegt, dann wird es aber mit den originalen Thermostaten schwierig.
Bei 97°C Öffnungstemperatur (2014) bzw. 90°C Öffnungstemperatur, wird man die 95° C bei forscher Fahrweise schnell überschreiten.
Da zwischen Öffnung und vollständiger Öffnung bei einem Thermostaten ca. 10° C (oder besser K) liegen, erreicht man mit den originalen Thermostaten schnell über 105°C ( 2014) bzw. 100°C (2015).
Demgegenüber wird ein 180° F Thermostat bei forscher Fahrweise eher knapp über 90° liegen.
Wenn der Motor allerdings so belastet wird, dass das Kühlsystem überlastet wird, dann stellt sich im Endeffekt die gleiche Kühlwassertemperatur ein, beim 180° F Thermostat allerdings etwas später.
Mir ist das allerdings weder bei Vollgasfahrten auf der Autobahn, noch bei schnellen Kurvenhatzen bisher gelungen.
Was optimal ist, hängt außerdem davon ab, welche Prioritäten man setzt:
Die optimale Leistung erreicht man bei deutlich niedrigeren Temperaturen (darum werden in den USA oft 160°F Thermostate eingesetzt)
Den niedrigsten Verschleiß hat man bei ca. 190°F.
Den niedrigsten Verbrauch bei ??
Den niedrigsten Schadstoffausstoß bei ?? (je nach Schadstoff auch noch unterschiedlich)
Aus diesen Anforderungen wählt der Hersteller dann einen Kompromiss.
Da der Zündwinkel bei der C7 schon bei moderaten Kühlwassertemperaturen (wenn ich mich recht erinnere schon bei ca. 190 ° F) deutlich zurückgenommen wird, hat man also mit einem 180° F Thermostat in doppelter Hinsicht mehr Leistung zur Verfügung - man verbraucht aber vielleicht 2-3% mehr Benzin, vielleicht.
Gruß
Götz
Götz